Als Creator Preise kalkulieren: Was deine Arbeit wirklich kostet
Ein Preis sollte nicht aus einer spontanen Zahl im Chat entstehen. Wer Content professionell anbietet, muss wissen, welche Arbeit, Rechte und laufenden Kosten hinter einem Auftrag stehen.
Preis ist mehr als die Zeit vor der Kamera
Ein Auftrag besteht nicht nur aus Aufnahme oder Veröffentlichung. Briefing, Abstimmung, Vorbereitung, Produktion, Auswahl, Bearbeitung, Korrekturen, Dateiorganisation, Rechnungsstellung und Kommunikation gehören zur Arbeitszeit. Wer nur die sichtbaren Minuten berechnet, unterschätzt den tatsächlichen Aufwand.
Eigene Kosten kennen
Technik, Software, Hosting, Versicherungen, Arbeitsraum, Fahrtkosten und Weiterbildung müssen langfristig mitfinanziert werden. Nicht jede Ausgabe wird einem einzelnen Auftrag zugeordnet, aber die Gesamtkosten beeinflussen, welcher Umsatz wirtschaftlich notwendig ist.
Leistung und Nutzungsrechte trennen
Die Produktion eines Fotos oder Videos und die Nutzung durch ein Unternehmen sind zwei unterschiedliche Dinge. Umfang, Dauer, Kanäle, Gebiet und bezahlte Werbenutzung können den Wert einer Kooperation deutlich verändern. Ein pauschales ‚ein Post kostet X‘ greift deshalb oft zu kurz.
Reichweite ist nur ein Faktor
Bei Influencer-Kooperationen spielen Zielgruppe und tatsächliche Reichweite eine Rolle. Bei UGC oder Produktionsaufträgen kann die eigene Followerzahl dagegen fast bedeutungslos sein, weil das Unternehmen vor allem das produzierte Material einkauft. Geschäftsmodelle sollten deshalb nicht miteinander vermischt werden.
Mit einer Kalkulation statt Bauchgefühl arbeiten
Eine einfache Kalkulation kann Arbeitszeit, direkte Kosten, anteilige Betriebskosten und die vereinbarten Rechte enthalten. Daraus entsteht ein Ausgangspreis. Marktpreise können zur Orientierung dienen, ersetzen aber nicht die eigene Rechnung.
Rabatte sichtbar machen
Wer für ein Paket, einen Stammkunden oder ein strategisch interessantes Projekt günstiger arbeitet, sollte den regulären Leistungswert trotzdem kennen. Sonst wird aus einer bewussten Ausnahme schnell der neue Normalpreis.
Praxisbeispiel
Für ein Kurzvideo fallen vielleicht eine Stunde Briefing und Vorbereitung, zwei Stunden Produktion, zwei Stunden Schnitt und eine Stunde Kommunikation an. Dazu kommen Kosten und gegebenenfalls Nutzungsrechte. Schon dieses einfache Beispiel zeigt, warum der reine Drehzeit-Preis die Leistung nicht abbildet.
Häufige Fragen
Gibt es einen richtigen Preis pro Follower?
Nein. Followerzahl bildet weder Produktionsaufwand noch Zielgruppenqualität, Nutzungsrechte oder Geschäftsmodell ausreichend ab.
Soll ich Preise öffentlich zeigen?
Das kann bei standardisierten Leistungen sinnvoll sein. Individuelle Kampagnen benötigen häufig ein konkretes Angebot.